
Platte – wie weiter in Ost und West, Stadt und Land?
Öffentliche Gesprächsrunde mit Impulsbeiträgen
Wie sieht die Zukunft der Platte aus? ExpertInnen aus Wohnungswirtschaft, Architektur und Wissenschaft beleuchten die heutigen und zukünftigen Möglichkeiten für das Leben in Plattenbausiedlungen im städtischen sowie ländlichen Raum.
Mit
- Mirjam Philipp (Vorständin VSWG)
- Alexander Müller (Vorstand VDW)
- Prof Dr. Sigrun Kabisch aus Leipzig (Gastwissenschaftlerin Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung)
- Architektin Christiane Hähle (IGC)
- Architekturkritiker Dr. Wolfgang Kil
- Dr. Matthias Rasch (Geschäftsführer der Trave GmbH aus Lübeck)
Moderation: Dr. Bernd Hunger, Vorstandsvorsitzender des Kompetenzzentrums Großsiedlungen e. V.
- Anmeldung online oder beim Besucherservice der Museen der Stadt Dresden unter +49 351 488 7272 (Mo – Fr)
Eine Veranstaltung des Kompetenzzentrums Großwohnsiedlungen e. V. in Kooperation mit dem Stadtmuseum Dresden

Buchpräsentation: PLATTE OST / WEST. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise
Begleitband zur Sonderausstellung
Vorstellung der Begleitpublikation zur Ausstellung »PLATTE OST / WEST. Wohnen und Bauen in Großtafelbauweise«
Das Buch enthält sieben Essays, die die Entwicklung des Plattenbaus in Ost- und Westdeutschland unter architektonischen, historischen sowie gesellschaftlichen Aspekten untersuchen.
Die Publikation erscheint in der Schriftenreihe des Baukunstarchivs NRW, das die Ausstellung »Platte Ost/West« ebenfalls zeigen wird.
HerausgeberInnen sind Markus Lehrmann, Claudia Quiring und Wolfgang Sonne.
Eine Veranstaltung des Stadtmuseums Dresden in Kooperation mit dem Baukunstarchiv NRW

Plattenfrust: Von DDR-Eingaben zu Rap und Randale nach 1990
Gespräch mit Prof. Johannes Schütz und Nils Werner, mit Filmbeiträgen
Einst als moderner Wohnraum begehrt, wurde das Leben in den Wohnkomplexen von der bürokratischen Mangelwirtschaft der DDR und später von den tiefen Umbrüchen der Nachwendezeit geprägt.
Diese Veranstaltung beleuchtet den drastischen Imagewandel der ostdeutschen Großsiedlungen. Wir blicken auf die offizielle »Eingabenkultur« der DDR – den Versuch der Bürger, durch schriftliche Beschwerden den fehlerhaften Alltag zu korrigieren – und die Zeit nach 1990. Damals schlug der Frust über enttäuschte Hoffnungen und Perspektivlosigkeit vor allem bei Jugendlichen häufig in eine neue Dynamik, eine Radikalisierung um. Warum war das so?
PD Dr. Johannes Schütz arbeitet als Zeithistoriker an der TU Dresden und am Leibniz-Zentrum für Zeithistorische Forschung (ZZF) Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die Alltagskultur in der späten DDR sowie die Entstehung rassistischer Gewaltstrukturen während der ostdeutschen Transformationszeit. Jüngste Publikation: Heimat als soziale Praxis. Alltagshandeln in Sachsen zwischen Staatssozialismus und Umbruchserfahrungen, 1969-2000, Bielefeld 2026.
Nils Werner ist als freischaffender Regisseur und Drehbuchautor tätig. In dokumentarischen Filmprojekten für ARD und MDR, wie der preisgekrönten Produktion »Generation Crash – Wir Ost-Millennials« oder der zeitgeschichtlichen Rekonstruktion »Hoyerswerda '91«, dokumentiert er die Lebenserfahrungen junger Menschen in Ostdeutschland nach dem gesellschaftlichen Umbruch.
Abb.: Still aus der Doku »Generation Crash« – Filmische Spurensuche mit dem Rapper und Autor (»Nullerjahre«) Hendrik Bolz in seinem einstigen Wohnviertel Knieper West in Stralsund

Präsentation der Fotodokumentation »Gorbitz« von Christine Starke
Buchvorstellung in der Sonderausstellung
Die Fotografin Christine Starke stellt ihr 1989 entstandenes Fotoalbum über das Neubaugebiet Gorbitz vor.
Die Arbeit dokumentiert ein Wohnhaus mittels Schwarzweißaufnahmen im Mittelformat. Das Album besticht durch seine aufwendige Gestaltung mit vielfältigen Aufklappelementen, die den Blick von außen nach innen und vom Keller bis zum Dach führen. Die Aufnahmen zeigen die Architektur, die Bewohnenden und ihr Wohnumfeld im damals jungen Wohnkomplex.
Aktuell ist das Fotoalbum in der Sonderausstellung »Platte Ost / West« zu sehen, für die Veranstaltung wird es aus der Vitrine genommen.
Zur Fotografin:
Christine Starke (geb. 1951 in Dresden) arbeitet seit 1985 freischaffend mit Schwerpunkten in der Porträt-, Dokumentations- und Architekturfotografie.