
Über das Ankommen: »Was es bei einem Picknick mit Deutschen zu beachten gilt«
Lesung mit Gundula Brunner, den ABC-Tischen und dem Internationalen Schreibcafé
Viele Menschen fragen sich derzeit, welchen Wert der Zusammenhalt in Deutschland hat. Wie wird Zugehörigkeit und Teilhabe ermöglicht - welchen Beitrag leisten Einzelne dafür? Ein Perspektivwechsel raus aus den eigenen Erfahrungswelten bietet mögliche Antworten auf diese Fragen.
Mit dem Buch »Was es bei einem Picknick mit Deutschen zu beachten gilt« eröffnet die Autorin Gundula Brunner verschiedene Sichtweisen: In den Jahren 2023/24 hat sie ehemalige Mandantinnen und Mandanten aufgesucht und mit ihnen lange Gespräche geführt, in denen sie über ihre Lebenswege, Erfahrungen, Gedanken, Sehnsüchte und ihr Verhältnis zur deutschen Gesellschaft erzählen.
Es sind 13 ganz persönliche, berührende Geschichten über das Ankommen von Migrant*innen in Deutschland, vor allem deren Erfahrungen in und mit ihrer neuen Gesellschaft. Insofern sind die Erzählungen ein Schlüssel für die hier Geborenen, über sich selbst und »unsere« Gesellschaft nachzudenken.
Einen weiteren Blickwechsel bieten die an diesem Abend vorgetragenen und mehrsprachig präsentierten Texte des Internationalen Schreibcafés vom Familienleben e. V. und der ABC-Tische des Umweltzentrums Dresden e.V. Mit Tiefgang und Augenzwinkern gehen sie der Frage nach, was das Ankommen in Dresden für Einzelne bedeutet.
Mit einem kleinen Imbiss und Gesprächen feiern wir Zusammenhalt und Teilhabe unserer Projekte.
Gundula Brunner wurde 1970 in Dresden geboren. Sie absolvierte zunächst eine kaufmännische Ausbildung, studierte im Anschluss Kunstgeschichte und Rechtswissenschaften in Mainz und Modena. Es folgten Auslandsaufenthalte in Rom und San Francisco. Seit 2001 arbeitet sie als selbständige Rechtsanwältin vorwiegend für Migrationsrecht in Dresden.
- Kooperationspartner: Museen der Stadt Dresden, ABC-Tische des Umweltzentrums Dresden e. V. und das Internationale Schreibcafé des Familienleben e. V.

Nietzsche global. In 80 Übermenschen um die Welt
Lesung und Diskussion mit Professor Elmar Schenkel
Kein anderer Philosoph scheint eine so große Anziehungskraft zu haben wie Friedrich Nietzsche. Der ganze Globus hat sich an ihm abgearbeitet: Künstlerinnen wie Poeten, Politiker, Philosophinnen oder Popstars. Elmar Schenkel begibt sich auf Spurensuche der Nietzsches, die in den letzten 150 Jahren in vielen Kulturen der Welt entstanden sind – und erfährt viel über Menschen und Gesellschaften.
Evangelische Erwachsenenbildung Dresden, Evangelische Akademie Sachsen in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden
- Moderation: Dr. Panja Lange
- Eintritt 6 €, ermäßigt 4 €

Dorothea Grünzweig
kein schaukeln mehr in der dunkelheitswiege
Dorothea Grünzweigs neuer Band »Erfasst von dieser Nachtverwandlung« führt ihre poetische Erkundung der finnischen Landschaften und Jahreszeiten eindrucksvoll fort. Ausgangspunkt ist Kaamos, die sonnenlose Winterzeit des Nordens – ein Zustand zwischen Dunkelheit, Stille und innerer Weitung. Grünzweigs Gedichte kreisen suchend und tastend um dieses Geheimnis, ohne sich je zu erschöpfen. Ihre Sprache wird vielfältiger, zugleich exemplarischer.
Grünzweigs poetische Kraft entsteht aus einer Sprache, die ohne modische Neologismen auskommt und dennoch neu wirkt. Ihre Wortschöpfungen – »dunkelheitswiege«, »lauschschleier«, »grasvergnügte kühe« – scheinen aus einem uralten Naturkosmos zu stammen. Ihre Metaphern sind nie konstruiert, sondern aus Erfahrung gewonnen: Die Gedichte stehen in einem tiefen Einverständnis mit der Natur, ohne sie zu mystifizieren. Grünzweig schreibt als Fragende, nicht als Wissende; ihre Suche nach einer »heiligen Sprache« ist Ausdruck von Nähe, nicht von Ritual.
Die freie Rhythmik ihrer Gedichte ist erfühlt, nicht erdacht. Alliterationen, Binnenreime und Anspielungen – auf Bibel, Kirchenlied, Rilke – fügen sich organisch ein und öffnen die Texte in größere Zusammenhänge. Themen des Bandes reichen von der Bewahrung der Schöpfung über die existenzielle Stimmung während einer Pandemie bis hin zur realen Sorge vor einem Krieg in Finnland. Andere Gedichte widmen sich dem Tierwohl, etwa in den »kuhlobliedern«, die die Nähe zwischen Mensch und Tier neu ausloten.
Wer sich auf Grünzweigs Gedichte einlässt, begegnet einer Sprache, die sich aus der Natur heraus erneuert – weit, innerlich, hellhörig. Eine Poesie, die uns wieder in die Welt zurückführt.
- Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Literarische Arena e. V. in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden.

Zsuzsanna Gahse
Spielbeginn. Verrutschungen
Zsuzsanna Gahse zählt zu den markantesten Stimmen der literarischen Avantgarde. Ihre Texte bewegen sich zwischen Lyrik und Prosa, sind leicht, fragmentarisch, dialogisch – und stets von einer besonderen Sprachprägnanz. In Dresden ist sie seit ihrer Chamisso-Poetikdozentur 2008 immer wieder präsent.
Ihr neues Buch »Spielbeginn. Verrutschungen« entfaltet sich wie ein Theaterstück: Figuren warten – wie bei Beckett – und sprechen über Sinn, Sprache und Verwandlung. Doch Gahse zeigt die Gegenbewegung zum Verstummen: Aus Tönen entstehen Silben, Worte, Sätze, Zusammenhänge. Sprache wird zum Experimentierfeld. »Erzählinseln« und »Störe« strukturieren den Text, kurze Einsprengsel, die ganze Geschichten anstoßen können.
Auf der Bühne agieren »Die Grünen«, zehn nummerierte Figuren, die improvisierend Gedanken austauschen. Antons verlorenes Notizbuch bildet den zweiten Teil des Buches und gibt Einblick in die geplante Dramaturgie: Sprache als Pilzgeflecht, Gespräche in Stille, Missverständnisse durch »Verrutschungen«.
Wer sich auf »Spielbeginn« einlässt, begegnet dem Abenteuer der Sprache selbst: der Möglichkeit, aus Hörerlebnissen eine neue Sprache zu erfinden.
Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Literarische Arena e. V. in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden.

Zwischen Generationen | Nadja Küchenmeister und Ingo Schulze
Literarische Alphabete
Im Jahr 2026 stehen die »Literarischen Alphabete« erstmals unter einem Motto »Zwischen Generationen«. Der Titel ist Programm. Denn wir wollen fragen: Wie ist es um das Verhältnis zwischen den Generationen bestellt? Kooperieren sie, gehen sie einander aus dem Weg? Welche Probleme gibt es? Existiert ein fruchtbarer Austausch, auch im künstlerisch-literarischen? Wenn nicht, wie könnte der aussehen? Was muss sich ändern? Was können wir tun? Lesen jüngere ältere und ältere jüngere Autoren? Wie groß ist das Interesse am Werk des jeweils anderen?
Nadja Küchenmeister liest aus ihrem preisgekrönten neuen Gedichtband »Der große Wagen«, Ingo Schulze gibt Einblicke in seinen neuen, mit dem Uwe-Johnson-Preis 2026 ausgezeichneten Roman »Das Wasser im August«.
Über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede ihrer Autorenbiografien spricht an diesem Abend Volker Sielaff mit den beiden. Was trennt, was verbindet Küchenmeister und Schulze miteinander? Ein Abend entlang zweier aufregender Lebenswege, ein Abend »zwischen Generationen«.
- Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Literaturforum Dresden e. V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden
Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes
Gefördert von der Landeshauptstadt Dresden

Jayne-Ann Igel
Lesereihe »Schreibspuren«
Woher kommt ein Schriftsteller? Welche Bücher, Klänge und Bilder begleiten ihn – und wann werden Einflüsse zu einer eigenen literarischen Sprache? Diesen Fragen geht die Lesereihe »Schreibspuren« nach. Zum Auftakt ist die Dresdner Dichterin Jayne-Ann Igel zu Gast.
Jayne-Ann Igel hat eine eigene poetische Sprache entwickelt, in der Landschaft zum Resonanzraum von Geschichte und persönlicher Erfahrung wird, während die Sprache selbst nie selbstverständlich ist, sondern immer wieder neu gesucht und erprobt wird.
Wer ihrem Schreiben auf die Spur kommen möchte, begegnet einer Vielzahl literarischer Stimmen. Eine besondere Bedeutung haben dabei Elias Canetti, Virginia Woolf und Paul Verlaine. Elsa Morantes »Traumtagebuch« wurde für Jayne-Ann Igel zu einem wichtigen Impuls, sich selbst mit dem Aufzeichnen und literarischen Festhalten von Träumen zu beschäftigen. Unter den deutschsprachigen Dichtern nehmen insbesondere Sarah Kirsch, Elke Erb und Johannes Bobrowski einen wichtigen Platz ein. In diesen Texten begegnen ihr Fragen, die für ihr eigenes Schreiben wichtig sind.
Im Gespräch mit Jayne-Ann Igel geht es um solche literarischen Wegmarken und Wendepunkte ihrer Schreibbiografie. Igel stellt Texte vor, die für sie wichtig waren und erzählt von den Spuren, die sie in ihrem eigenen Schreiben hinterlassen haben.
Moderation: Patrick Wilden
- Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Eine Kooperation der Literarischen Arena e. V., der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden
Diese Veranstaltung wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden.

Der deutsch-arabische Lyriksalon 2026
Verständigung und Versöhnung werden in einer Welt zunehmender Konfrontation immer wichtiger. Aufgrund ihrer Universalität und der Sinnlichkeit ihrer Metaphern ist die Sprache der Poesie in der Lage, einen lebendigen Dialog zwischen den Kulturen zu stiften.
Der von dem deutschsprachigen, aus Syrien stammenden Dichter und bildenden Künstler Fouad EL-Auwad ins Leben gerufene und von ihm seit 2005 jährlich organisierte deutsch-arabische Lyrik-Salon soll ein Beispiel dafür sein. Er schafft Jahr für Jahr für die Möglichkeit, dass sich die Kulturen auf literarischer Ebene begegnen und eine neue Brücke zwischen der arabischen und der europäischen Welt bauen. Jetzt kommt der deutsch-arabische Lyrik-Salon zum bereits fünften Mal nach Dresden.
- Musik: Razgar Karim (Oud)
- Eintritt: 8 €, ermäßigt 6 €
Eine Veranstaltung des Literaturforums Dresden e. V. in Kooperation mit den Museen der Stadt Dresden und dem deutsch-arabischen Lyriksalon

Marcel Beyer
Lesereihe »Schreibspuren«
Woher kommt ein Schriftsteller? Welche Bücher, Klänge und Bilder begleiten ihn – und wann werden Einflüsse zu einer eigenen literarischen Sprache? Diesen Fragen geht die neue Lesereihe »Schreibspuren« nach. Nach Jayne-Ann Igel ist der Dresdner Schriftsteller und Dichter Marcel Beyer zu Gast.
Marcel Beyers Schreiben ist aus einem weit verzweigten Netz von Lektüren und Begegnungen hervorgegangen. Eine besondere Bedeutung hat dabei die österreichische Schriftstellerin Friederike Mayröcker, mit deren Werk er sich bereits während seines Studiums intensiv beschäftigte. Auch Autoren wie Ernst Jandl, Paul Celan und Oskar Pastior gehören zu den literarischen Stimmen, die seinen Weg begleitet haben. Hinzu kommen Einflüsse aus der französischen Literatur, von Michel Leiris und Francis Ponge bis Georges Perec und Claude Simon, aber auch von William S. Burroughs und dessen experimentellen Verfahren.
Seine künstlerische Sozialisation reicht dabei weit über Bücher hinaus. Musik und die Arbeit mit Klang und Stimme haben sein Schreiben ebenso geprägt. In den 1990er Jahren schrieb er für das Magazin SPEX und beschäftigte sich mit Verfahren, bei denen Sprache nicht nur Bedeutung trägt, sondern auch Material ist, das bearbeitet, zerlegt und neu zusammengesetzt wird. Das Interesse an Sprache, Stimme, Bild und medialer Vermittlung bildet einen roten Faden, der sich durch sein Schreiben zieht.
Im Gespräch mit Marcel Beyer geht es um solche literarischen Wegmarken und Wendepunkte seiner Schreibbiografie. Beyer stellt Texte vor, die für ihn wichtig waren, und erzählt von den Spuren, die sie in seinem eigenen Schreiben hinterlassen haben.
Moderation: Richard Stratenschulte
- Eintritt 8 €, ermäßigt 5 €
Eine Kooperation der Literarischen Arena e. V., der Evangelischen Akademie Sachsen und den Museen der Stadt Dresden
Diese Veranstaltung wird gefördert durch die Landeshauptstadt Dresden.